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Schule in Igelsberg
Im Jahr 1649 wurden die Igelsberger gezwungen, ihre Kinder wenigstens von Martini bis Fastnacht in die deutsche Schule nach Reichenbach zu schicken. An Kenntnissen konnten die Kinder nicht viel erwerben. Die strengen Winter, der schlechte Weg hielt manches Kind vom regelmäßigen Schulbesuch ab. Was sie in den wenigen Wintermonaten gelernt hatten, vergaßen sie wieder in der arbeitsreichen Zeit des Frühjahrs, Sommers und Herbstes. Manche Eltern nahmen ihre Kinder wieder aus der Schule heraus, nachdem sie gerade notdürftig ihren Namen schreiben, Lesen, Addieren und Subtrahieren konnten. Die Hauptsache war das Auswendiglernen von Bibelabschnitten. So waren die Zustände allgemein bis 1700.
Von 1730 an wurde die Regierung schon energischer. Sie verlangte, daß die Kinder schon vom 6. Jahre an zur Schule gingen, auch im Sommer, wenn es auf dem Felde nicht viel zu tun gab. Mindestens mußte aber die Schule wöchentlich an drei Vormittagen besucht werden. 1739 wurde die Sonntagsschule eingeführt. Erst von 1800 an durften auch die Mädchen Rechnen erlernen.
Über 100 Jahre, von 1649-1787 besuchte die Igelsberger Jugend die Schule in Reichenbach. Der Schullasten wegen gab es oft Streit zwischen den beiden Gemeinden. Recht willkommen war daher der Gemeinde Igelsberg der Vorschlag des Dekanatamtes Freudenstadt, Igelsberg solle eine eigene Schule errichten. Ein Schulhaus war nicht da. Trotzdem wagte der energische Schultheiß Johann Adam Faißt sich an die Lösung. "Am 7. März 1787 hat sich der Schultheiß und dessen Common fest entschlossen , daß die Schule abwechslungsweise in den Bauernhäusern gehalten wird." Das Los fiel zuerst auf Andreas Ziefle (Andreasbauer). Dieser mußte dem Schulmeister "Liegenschaft und Haltung" der Schule verschaffen bis Georgii 1788. "Dem Lehrer wird für einen Tag acht Kreuzer gereicht. Jedes Jahr wird das Haus gewechselt. Es bleibt dies auf ewige Zeiten." Schon 1808 wurde das "ewige Gesetz" unterbrochen und dem Lehrer als vorläufiges Schulgebäude das Nebenhaus der alten "Sonne" im Unterdorf zugewiesen.
Schulmeister in Igelsberg
| 1808 | Christian Bürklin |
| - 1817 | NN Maier, geb. Effringen bei Nagold; löste seinen Vater als Schulmeister in Effringen ab |
| | NN Großmann von Simmersfeld. Wurde 1825 aus dem Schuldienst entlassen. |
| 1839 - 1861 | Ludwig Faißt aus Baiersbronn, unterrichte zuvor in Schönegründ. |
| 5.3.1861 - 1869 | Lehrergehilfe Frank aus Eßlingen; sein Bruder war Dekan in Freudenstadt. |
| 1869 | Unterlehrer Ostertag von Klosterreichenbach |
| Herbst 1869 - | Schullehrer Hinderer von Vorhof bei Weinsberg |
| - 1895 | Christian Mayer, geb. 5.6.1840 in Schlierbach, + 23.3.1925;
er erkrankte 1890. |
| ab 1890 | unständige Kräfte: Ratfelder, Ott, Schweizer, Brodbeck |
| 23.6.1896 - 1908 | Lehrer Brönnle |
| | Amtsverweser Lengerer |
| | Amtsverweser Rieder |
| 1.10.1909 - 1916 | Hauptlehrer Gonser |
| 1. Weltkrieg | Während des ersten Weltkriegs wird wochenweise zwischen
Erzgrube und Igelsberg abgewechselt. |
Quelle: Sieb, Hermann. Das Klosterdorf Igelsberg.
Ein Streifzug durch seine Geschichte und Markung. Altensteig, 1925 |