Die Familie Ziefle aus dem Schwarzwald
 





Sie sind hier :   Hauptseite > Die Orte > Huzenbach 

Die Orte.

Huzenbach

zurück
 Mehr über Huzenbach 
Der Ort
  Schultheißen in Huzenbach

 

Huzenbach entstand aus einer Streusiedlung des Ortes Schwarzenberg, das bis 1818 mit diesem fest verbunden war und kirchlich heute noch ist.

Erste Nennungen

Es scheint nicht ganz klar, wann der Name Huzenbach wirklich zum ersten Mal auftaucht. Es werden zwei Daten genannt: 1289 und der 15.2.1470.

Nach Prof. Dr. Eimer [1] kommt der Name Huzenbach zum ersten Male in einer Urkunde des Jahres 1289 vor, wonach Pfalzgraf Ludwig von Tübingen alle seine Rechte daselbst unter Zustimmung seiner Tante, Elisabeth von Eberstein-Tübingen, dem Kloster Reichenbach übergab. Die Hauptsiedlung in Huzenbach war ursprünglich der Huzenberg, dessen drei Höfe noch im 15. Jahrhundert besonders hervortreten, da die Inhaber Richter waren. Noch 1624 waren dort drei Höfe, wie das Landbuch meldet. 1584 werden zwei Leibeigene des Klosters auf diesen Höfen genannt, die den Leibfall (Todfall), d.h. das beste Stück Vieh beim Tode des Bauern, das beste Kleid beim Tode der Bäuerin abgeben mußten. Sonst hatte das Kloster nur sehr wenige Leibeigene, d.h. unfreie Untertanen.

Die andere Version beruft sich auf eine Gerichtsverhandlung am 15.2.1470, als drei Untertanen des Klosters aus Huzenbach als "Richter" eingesetzt werden. Diese Männer müssen eine bedeutende Stellung gehabt haben, waren jedenfalls begüterte Hofbauern.

Die Entwicklung

Zuerst sind nur drei Höfe auf dem Huzenberg bekannt, d.h. jeder besaß einen eigenen Berg (Bergnasen), die sich zwischen den Tälern von Dobelbach, Holdersbach und Huzenbach (Seebach) herausmodelliert haben. Durch Hofteilungen und Rodungen vermehrten sich um 1500 die Höfe.

Das Gebiet des Klosters Reichenbach, zu dem auch Huzenbach und Schwarzenberg gehörten, war am 24. Oktober 1595 von Württemberg gewaltsam annektiert worden. Im Jahre 1602 wurden dann die badischen Rechte durch die Bezahlung von 23.000 Gulden abgelöst. Nachdem das Kloster im Dreißigjährigen Krieg noch mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, wurde im Westfälischen Frieden 1648 ausdrücklich bestimmt, daß das Klostergebiet bei Württemberg verbleibt.
1667 und in den Folgejahren wurde dann das "Lagerbuch" verfaßt, in dem alle Rechte, Pflichten, Gebräuche und Besitztümer der Einwohner aufgeschrieben wurden.

1667 gab es dort 7 Häuser, nämlich 5 Höfe (einer davon mit 2 Häusern) und ein Taglöhnerhaus. Im 1623 abgefaßten Landbuch ist noch von 3 Huzenbacher Höfen die Rede. Bei diesen drei Höfen handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um den Hof auf dem Huzenberg ("Bühlerhof"), den "Christenmichelshof" und den "Unteren Friedersbauer". In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts dürfte dann der "Untere Friedersbauernhof" geteilt worden sein ("Oberer Friedersbauer" und "Pfeiflesbauer").

Huzenbach wird selbständig

Als Napoleon nach 1800 Europa umkrempelte und Württemberg zum "Königreich" erhöhte, fand eine der wichtigsten Veränderungen auch für Huzenbach statt. Württemberg, das schon 1595, endgültig 1648, das Kloster Reichenbach vereinnahmte, ein Klosteramt als Verwaltungsrahmen einrichtete, ging nun (nach 1806) an eine Neuformierung des Landes. Das Klosteramt Reichenbach ging im "Oberamt Freudenstadt" auf. Die einzelnen Gemeinden bekamen etwas mehr Gewicht, auch Schwarzenberg / Huzenbach.
Aber die Schwerpunktverlagerung durch die aufstrebenden und seit 1734 bzw. 1750 mächtig sich verstärkenden Teilorte Huzenbach und "Glashütte" (= Schönmünzach) machte es möglich, daß Huzenbach sich aus der Obhut Schwarzenbergs befreien konnte. Huzenbach hatte andere Interessen wie der alte Mutterort, hatte sich zu einem Dorf an der Talstraße entwickelt. Rathaus und eigener Schultheiß, eigene Schule am Ort förderten das Dorfbewußtsein.

Armut und Not

Nach dem großen Waldraub durch den Landesherrn 1850-1800 und nach dem großen Waldbrand von 1800 kehrte Armut und Not ein. Die Überbevölkerung konnte durch den kargen Boden nicht ernährt werden. Hunger und Arbeitslosigkeit machte dem Gemeinderat und Schultheiß große Sorgen und Schwierigkeiten. Auswanderungen in bessere Gefilde und ins Ausland, besonders nach Nordamerika waren an der Tagesordnung ! - Für gemeindewichtige Projekte blieb kaum Geld und Zeit.

Entwicklung bis heute

Nach und nach aber erholte sich der Wald. Die Forstverwaltung modernisierte die Waldarbeit mit Wiederaufforstung, Waldpflege und Waldwegebau. Flößer und Rießer, Köhler und Pottaschesieder, die längst ihre Grundlagen verloren hatten, kamen nicht wieder auf. Holzhauer, Pflanzschularbeiterinnen, Fuhrleute und Förster traten an ihre Stelle. So veränderte sich auch der Charakter des Dorfes.
Huzenbach wurde im Zuge der modernen Verwaltungsreform seiner vollen Selbständigkeit wieder beraubt. 1974 vereinigte sich das obere Murgtal unter der Führung des zentralen Ortes Baiersbronn.

 


 

Quellen:
[1] Prof. Dr. Eimer, Das obere Murgtal
[2] Huzenbach, Geschichte eines Murgtal-Dorfes, für Alte und Junge, Alteingesessene und Neubürger; Zusammenstellung und Texte: Wilhelm Günter, Siegfried Finkbeiner, Immanuel Bürkle, Albert Mack, Ernst Maulbetsch, Hans Geiger. Geiger-Verlag, Horb a.N., 1989; ISBN 3-89264-33

 

 
 
Letzte Änderung: 12. Februar 1998
NACH OBEN | Das Kleingedruckte | Datenschutz | Statistisches | Kennzeichnung | Seite verlinken |
copyright (c) 1996-2014 Michael Ziefle