Die Familie Ziefle aus dem Schwarzwald
 





Sie sind hier :   Hauptseite > Die Orte > Alpirsbach > Geschichte 1/4 

Die Orte.

Alpirsbach

zurück
 Mehr über Alpirsbach 
  Der Ort
Die Geschichte der Stadt Alpirsbach
Teil 1 | 2 | 3 | 4
 
www.alpirsbach.de

 

 

Der nachfolgende Text stammt von http://www.alpirsbach.de/geschichte/index.html

Die Geschichte der Stadt Alpirsbach

Vor- und Frühgeschichte

Das obere Kinzigtal tritt erst sehr spät, nämlich mit der Gründung der Benediktinerabtei Alpirsbach in das helle Licht der Geschichte, denn bis zur ersten nachchristlichen Jahrtausendwende blieb das eigentliche Schwarzwaldmassiv eine gewaltige Siedlungsbarriere. Der wichtige Anteil der kluniazensischen Reformklöster Hirsau, St. Blasien, St. Georgen und Alpirsbach an der Siedlungs- und Rodungstätigkeit ist seit langem bekannt, auch wenn diese zunächst nur die Waldperipherie umfaßten. Erst im 13. Jahrhundert, in der späten Stauferzeit, ist es dann gelungen, auch den Hochschwarzwald zu besiedeln. Einem Zufallsfund verdanken wir einen Hinweis darauf, daß es nicht die Römer gewesen sind, die als erste das unbesiedelte Waldland unserer engeren Heimat betreten haben. Bei Baggerarbeiten im Kinzigbett im Stadtteil Rötenbach kam im Herbst 1955 ein tadellos erhaltenes Steinbeil aus der Jungsteinzeit zu Tage.

Die Benediktinerabtei 1095 - 1535

Es gibt Städte, die ihren Ursprung dem Willen eines Landesherrn verdanken, andere sind an Fernstraßen gelegen, aus Handelsniederlassungen entstanden oder gehen auf militärisch-strategische Erwägungen zurück. Einige Städte aber verdanken ihre Entstehung einer Klostergründung, wie etwa St. Gallen und Fulda, aber auch das 1869 zur Stadt erhobene Alpirsbach. Dieser Ursprung ist noch durchaus lebendig und wird sichtbar an dem herrlichen romanischen Alpirsbacher Münster mit den anschließenden Klostergebäuden, die nicht nur für die Stadt ein geistig-geistlicher Mittelpunkt sind, sondern darüber hinaus eine starke Anziehungskraft erweisen, denken wir an die „Kirchliche Arbeit von Alpirsbach“ und die sommerlichen Kreuzgangkonzerte. Am 16. Januar 1095 weihte Bischof Gebhard III. von Konstanz aus dem Geschlecht der Herzöge von Zähringen und vor seiner Erhebung zur bischöflichen Würde Mönch von Hirsau, im Tal der Kinzig für eine kleine Gründungskolonie ein Oratorium. Das ist der urkundlich feststehende Anfang des Benediktinerklosters Alpirsbach. Aber einem solchen Festakt gehen eine ganze Reihe von Bemühungen voraus. Es war ja damals vor 900 Jahren nicht viel anders als heute. Vor allem müssen zwei Voraussetzungen zusammenkommen, damit eine Klostergründung gelingt. Einmal bedarf es einer opferwilligen Stifterpersönlichkeit oder Stiftergruppe, die bereit ist, die materielle Grundlage für die Neuansiedlung einer klösterlichen Familie auf sich zu nehmen und ihr in den immer schweren Anfängen zur Seite zu stehen, und zum anderen bedarf es eines Mutterklosters, das fähig ist, eine Gründungskolonie aus seiner Mitte zu entsenden. Nur geistig lebendige, mit Nachwuchs gesegnete und von missionarischer Sendung erfüllte Klöster konnten eine solche Aufgabe übernehmen. Stifter des Klosters Alpirsbach waren drei Adelige: Ruotman von Hausen, Adalbert von Zollern und Graf Alwik von Sulz am Neckar. Das Stiftungsgut, ein ziemlich großes Waldgelände rund um ein schon bestehendes Hofgut Alpirsbach, dürfte von den drei Stiftern gemeinsam geerbt worden sein. Übrigens dürfte der Name Alpirsbach mit dem Namen Adalbert zusammenhängen. Die Gründungsnotiz enthält kein besonderes Motiv für die Stiftung, außer daß die drei Stifter von Gottesliebe entflammt auf den Rat des päpstlichen Legaten, des Bischofs Gebhard von Konstanz, ihr Werk durchführten. Im Jahr vor der Gründung 1094 herrschte in Schwaben ein großes Sterben, wohl die Pest, und im folgenden Jahr eine starke Hungersnot.

"Die Burg" Ein Wohnturm aus der Spätromanik an der Südwestecke des Klosters, vermutlich die Wohnung der Klostervögte Wichtig war für die Gründung eines Reformklosters, daß es von allem Anfang an unter den Schutz des Papstes gestellt und damit exempt wurde. Als Gegenleistung sollte jährlich an Rom ein Goldstück gezahlt werden. Diese Aufnahme in den päpstlichen Schutz wurde vom päpstlichen Legaten für Deutschland, Bischof Gebhard III. von Konstanz verbürgt und richtete sich also nicht gegen den Diözesanbischof. Sie erhielt die Bestätigung 1101 durch ein Privileg Papst Paschalis II. In diesem wird Kuno schon als Abt genannt und damit erscheint das Kloster in seiner Struktur gesichert und gefestigt.

Nach dem Bau eines hölzernen Oratoriums und einer kleinen, 1099 geweihten Steinkirche konnte die jetzt noch bestehende monumentale Klosterkirche errichtet und vermutlich im Jahre 1128 geweiht werden. Das Gotteshaus ist eine dreischiffige, siebenjochige Säulenbasilika mit Flachdecke über dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes ohne Krypta. Klare Maße von Quadrat und Halbkreis mit freiem Durchblick ohne Dämmerlicht bestimmen den Raum. Chor, Vierung und Arme des Querschiffes sind quadratisch, die Absiden halbrund. Die Langschiffjoche werden von Monolithsäulen mit Würfelkapitellen getragen. Ein Gotteshaus, das bis auf geringe gotische Veränderungen verschont blieb und lange Zeit als Grablege adliger Geschlechter diente. So darf Alpirsbach mit Fug und Recht als Juwel hochromanischer Baukunst gelten, das seinesgleichen sucht.

Nach dem Anschluss an die Bursfelder Reform 1482 und damit zusammenhängendem wirtschaftlichen Aufstieg konnte umfangreich gebaut werden, vor allem an den Patronskirchen und den Klausurgebäuden. Dazu gehört der in den Jahren 1483 bis 1494 geschaffene Kreuzgang, der neben der akustisch herausragenden Klosterkirche, seit 1952 zu einem begehrten Konzertplatz geworden ist.

 

weiter

 

 
 
Letzte Änderung: 11. April 2002
NACH OBEN | Das Kleingedruckte | Datenschutz | Statistisches | Kennzeichnung | Seite verlinken |
copyright (c) 1996-2014 Michael Ziefle